Wie finscans funktioniert
Jede Zahl auf einer Asset-Seite stammt aus einer von zwei Datenwelten oder aus deren Verbindung. Diese Seite erklärt, wie sie entstehen, was sie aussagen und wo ihre Grenzen liegen.
Wie die Gesamt-Einschätzung entsteht
Zwei unabhängige Quellen fließen in jede Einschätzung. Die technische Seite liest den Trend über acht Zeitebenen, von 15 Minuten bis einem Tag, und wird alle fünf Minuten neu aus den Kursdaten berechnet. Die fundamentale Seite liest die Stimmung der Nachrichtenanalysen der letzten 30 Tage, gewichtet nach dem eingeschätzten Einfluss jeder Meldung.
Beide werden auf eine Skala von −1 bis +1 normiert und dann verbunden. Die Gewichtung verschiebt sich mit dem Zeithorizont: Einen Intraday-Trade kümmert der Nachrichtenfluss der Vorwoche kaum, eine über Wochen gehaltene Position wird von ihm bestimmt. Der Gesamtwert ist ein gewichteter Mittelwert der drei Horizonte mit Schwerpunkt auf dem mittleren — das ist gemeint, wenn jemand fragt, wie ein Wert gerade dasteht.
Zeigen beide Seiten in dieselbe Richtung, wird das als Einklang vermerkt. Zeigen sie gegeneinander und sind beide deutlich genug, wird eine Divergenz ausgewiesen — meist der aufschlussreichste Zustand, weil er den Moment markiert, in dem Kursverlauf und Nachrichtenlage noch keine gemeinsame Geschichte ergeben.
Die drei Zeithorizonte
Kurzfristig umfasst die 15-Minuten- bis 2-Stunden-Charts, gewichtet mit 90 % Technik und 10 % Fundamental. Mittelfristig umfasst 4 und 8 Stunden mit 60/40. Langfristig umfasst 12 Stunden und einen Tag mit 30/70 — dort trägt die Nachrichtenlage das meiste Gewicht.
Ein Horizont wird nur angezeigt, wenn für seine Zeitebenen technische Daten vorliegen. Der Mischbalken unter jedem Horizont zeigt dessen Gewichtung — so ist stets sichtbar, welche Seite die jeweilige Einschätzung trägt.
Was die Konfidenz bedeutet
Die Konfidenz wird berechnet, nie von einem Sprachmodell geschrieben. Sie verbindet drei Größen: wie eng technische und fundamentale Seite übereinstimmen (40 %), wie viel Material in Form aktiver Signale und Meldungen vorliegt (35 %) und wie deutlich der resultierende Wert ausfällt (25 %).
Eine hohe Konfidenz bedeutet, dass das Bild stimmig und gut belegt ist — nicht, dass der Markt sich wie beschrieben bewegen wird. Sie sagt, wie belastbar die Lesart ist, nicht wie sicher das Ergebnis.
Trendrichtung und -stärke
Jede der acht Zeitebenen wird mit dem Average Directional Index über 14 Perioden bewertet. Die Richtung ergibt sich daraus, ob die Aufwärts- oder die Abwärtsbewegung überwiegt; die Stärke aus dem ADX-Wert selbst, abgebildet auf fünf Stufen: unter 20 kein brauchbarer Trend, über 60 ein außergewöhnlich starker.
Bei Stärke eins wird der Balken unabhängig von der Richtung grau dargestellt. Unter einem ADX von 20 nennt das Verfahren zwar eine nominelle Richtung, aber „kein Trend" ist die ehrlichere Lesart — grün oder rot würde mehr suggerieren, als die Daten hergeben.
Handelsstile und ihre Zeitebenen
Die acht Zeitebenen sind zu vier Stilen gruppiert: Scalping (15 und 30 Minuten), Intraday (1 und 2 Stunden), Swing (4 und 8 Stunden) und Position (12 Stunden und ein Tag). Jede Karte zeigt die Einschätzung für ihr eigenes Zeitebenen-Paar — eine Seite kann also für Swing-Trader bullisch und für Positionshalter richtungslos sein. Das ist häufig und wissenswert.
Wie Trefferquoten berechnet werden
Eine Trefferquote beantwortet genau eine Frage: Von den Signalen, die unangetastet bis zum Ziel oder bis zum Stopp liefen — wie viele erreichten das Ziel? Vorzeitig bei einer Umkehr geschlossene Signale bleiben außen vor, denn ein Früh-Ausstieg sagt etwas über die Positionsführung aus, nicht darüber, ob die Richtung stimmte.
Die Grundgesamtheit steht immer neben der Zahl. Liegen für eine Zeitebene weniger als 20 entschiedene Trades vor, wird gar keine Quote gezeigt — ein Prozentwert auf Basis einer Handvoll Fälle ist Rauschen im Gewand einer Erkenntnis. Es gibt keinen Rückgriff auf andere Werte: Eine Zahl auf einer Bitcoin-Seite stammt immer aus Bitcoin-Trades.
Vergangene Ergebnisse sagen nichts über künftige. Eine Trefferquote beschreibt, was geschehen ist — unter Marktbedingungen, die sich nicht identisch wiederholen werden.
Wie die Nachrichtenlage gelesen wird
Jeder Artikel wird daraufhin analysiert, welche Werte er betrifft, ob er für jeden davon bullisch, bärisch oder neutral spricht und welchen Einfluss er auf einer Skala von eins bis zehn hat. Der fundamentale Wert ist die impact-gewichtete Bilanz dieser Einstufungen über 30 Tage — eine große Notenbankentscheidung wiegt damit schwerer als ein Dutzend Randnotizen.
Der Asset-Snapshot
Der Snapshot entsteht automatisch aus den Abdeckungsstatistiken des vergangenen Jahres: wie viele Nachrichten-Signale erfasst wurden, wie sie sich nach Richtung verteilen, welche mittlere Modell-Konfidenz und welcher Impact vorlagen. Er beschreibt, wie gut ein Wert abgedeckt ist — nicht, was er tun wird.
Nichts davon ist eine Anlageberatung. finscans beschreibt Daten und deren Verarbeitung; jede Entscheidung und ihre Folgen bleiben Ihre.