Indikatoren

MACD: Berechnung, Kreuzungen und Trading-Strategien

Kurz erklärt

Der MACD misst den Abstand zwischen einem schnellen und einem langsamen exponentiellen gleitenden Durchschnitt und zeigt so Richtung und Schwung eines Trends. Signallinie und Histogramm machen Wendepunkte sichtbar. FinScans meldet auf den Forex- und Krypto-Paaren zehn MACD-Auslöser, etwa „MACD Signal Cross Up“ und „APO Zero Cross Down“.

Was ist der MACD?

Der MACD (Moving Average Convergence Divergence) wurde Ende der 1970er Jahre von Gerald Appel entwickelt; das Histogramm fügte Thomas Aspray 1986 hinzu. Der Name beschreibt, was der Indikator misst: wie zwei gleitende Durchschnitte zueinander finden (Konvergenz) oder auseinanderlaufen (Divergenz).

Als technisches Werkzeug verbindet der Indikator Elemente der Trendfolge mit denen eines Oszillators. Trader nutzen ihn zur Bestimmung der übergeordneten Trendrichtung und zum Aufspüren kurzfristiger Wendepunkte. Entfernen sich die beiden Durchschnitte voneinander, gewinnt die Bewegung an Kraft; nähern sie sich wieder an, flaut der Schwung ab.

Wie berechnet man den MACD?

Die Berechnung basiert auf zwei exponentiellen Durchschnitten, deren Differenz die eigentliche MACD-Linie bildet. Eine Signallinie glättet diese Werte zusätzlich über einen kürzeren Zeitraum, während das Histogramm den Abstand beider Linien abbildet. Händler erkennen damit unmittelbar, ob die Dynamik zunimmt oder der Schwung einer bestehenden Bewegung allmählich nachlässt.

Die Konstruktion folgt festen Rechenregeln:

  • Die MACD-Linie ist die Differenz zwischen dem exponentiellen gleitenden Durchschnitt über 12 Perioden und dem über 26 Perioden.
  • Die Signallinie ist ein exponentieller gleitender Durchschnitt der MACD-Linie über 9 Perioden.
  • Das Histogramm zeigt den Abstand zwischen MACD-Linie und Signallinie; Balken über null bedeuten, dass die MACD-Linie über der Signallinie liegt.
  • Die Nulllinie markiert den Punkt, an dem beide Durchschnitte gleich sind; liegt die MACD-Linie darüber, ist der schnelle Durchschnitt höher als der langsame.
  • Die Einstellung 12, 26, 9 ist die Standardeinstellung und am weitesten verbreitet.

Was zeigt der MACD über den Markt?

Der MACD zeigt den Schwung eines Trends. Wächst der Abstand zwischen den beiden Durchschnitten, ziehen die jüngsten Kurse davon, und der Trend beschleunigt sich. Schrumpft der Abstand, holen die älteren Kurse auf: Die Bewegung verliert an Kraft, oft schon bevor der Kurs selbst dreht.

Dahinter steht, dass der exponentielle gleitende Durchschnitt (EMA) neuere Kurse stärker gewichtet als ältere. Liegt die MACD-Linie über null, haben in der jüngeren Vergangenheit die Käufer die Oberhand gewonnen; liegt sie darunter, die Verkäufer. Ein schrumpfendes Histogramm zeigt, dass die führende Seite nachlässt, auch wenn sie noch vorne liegt.

Welche Signale und Varianten gibt es?

Der MACD liefert drei Arten von Signalen: die Kreuzung mit der Signallinie, die Kreuzung mit der Nulllinie und die Ausschläge des Histogramms. Dazu kommen zwei verwandte Varianten, die auf derselben Rechnung aufbauen: der APO und MACDFIX. Die Tabelle am Ende des Abschnitts fasst alle zusammen.

Kreuzung mit der Signallinie

Kreuzt die MACD-Linie ihre Signallinie nach oben, dreht der kurzfristige Schwung ins Positive; kreuzt sie nach unten, ins Negative. Diese Kreuzung kommt früh und häufig. Unter der Nulllinie kann eine Kreuzung nach oben den Boden eines Abwärtstrends anzeigen oder nur eine Gegenbewegung sein; ob mehr daraus wird, zeigt oft erst die Kreuzung der Nulllinie.

Kreuzung mit der Nulllinie

Kreuzt die MACD-Linie die Nulllinie, liegt der schnelle Durchschnitt wieder über oder unter dem langsamen. Diese Kreuzung kommt später als die mit der Signallinie, spricht aber eher für einen Wechsel der Trendrichtung als für eine kurze Gegenbewegung.

Histogramm

Das Histogramm zeigt den Abstand zwischen MACD-Linie und Signallinie. Werden die Balken kürzer, lässt der Schwung nach, oft einige Kerzen bevor sich die Linien kreuzen. Viele Trader beobachten deshalb das Histogramm, um eine Kreuzung früh zu erkennen.

APO

Der APO (Absolute Price Oscillator) ist die Differenz zweier gleitender Durchschnitte, also im Kern die MACD-Linie ohne Signallinie; kreuzt er die Nulllinie, hat der schnelle Durchschnitt den langsamen gekreuzt.

MACDFIX

MACDFIX bezeichnet eine Variante des MACD mit fest eingestellten Perioden 12 und 26; ihre Kreuzungen liest man wie beim MACD.

Divergenzen

Divergenzen zwischen Kurs und MACD erscheinen auf der Signalseite unter eigenen Namen wie „MACD Regular Bull Div“; sie erklärt die Seite zu Divergenzen.

Signal oder VarianteWas passiertWas es zeigtStärkeSchwäche
Kreuzung mit der SignallinieMACD-Linie kreuzt die SignallinieDer Schwung drehtKommt frühViele Fehlsignale in Seitwärtsphasen
Kreuzung mit der NulllinieMACD-Linie kreuzt die NulllinieDer 12er-EMA kreuzt den 26er-EMASpricht eher für einen TrendwechselKommt spät
HistogrammBalken wachsen oder schrumpfenAbstand zur SignallinieZeigt nachlassenden Schwung vor der KreuzungSchwankt auf kurzen Zeitebenen stark
APODifferenz zweier Durchschnitte kreuzt nullSchneller Durchschnitt über oder unter dem langsamenEinfach, ohne SignallinieKeine frühe Kreuzung mit einer Signallinie
MACDFIXKreuzungen wie beim MACDMACD mit fest eingestellten Perioden 12 und 26Gleiche Lesart wie der MACDPerioden nicht veränderbar

Wann bestätigt sich ein MACD-Signal, wann scheitert es?

Ein Signal bestätigt sich, wenn die Kursbewegung der Kreuzung mit sichtbarem Schwung folgt und das Histogramm die neue Richtung durch wachsende Balken untermauert. Scheitert das Setup, dreht die MACD-Linie zügig wieder um, und der Markt bricht entgegen dem Impuls auf ein neues relatives Kursextrem aus.

Eine bloße Kreuzung garantiert keinen anhaltenden Trend. In Seitwärtsmärkten kommt es häufig zu Fehlsignalen, bei denen sich die Linien mehrfach verweben, ohne dass der Kurs ausbricht.

Fehlsignal beim „MACD Signal Cross Up“ im Abwärtstrend: Die MACD-Linie kreuzt die Signallinie nur kurz nach oben und fällt wenige Kerzen später wieder darunter, der Kurs macht ein neues Tief. Der Rückfall unter die Signallinie zeigt das Scheitern früh.MACD Signal Cross UpMACD (12, 26, 9)10. Mär18. Mär26. Mär3. Apr11. Apr19. Apr27. Apr5. Mai87.2085.0090.0095.00100.00105.00110.000
Fehlsignal beim „MACD Signal Cross Up“ im Abwärtstrend: Die MACD-Linie kreuzt die Signallinie nur kurz nach oben und fällt wenige Kerzen später wieder darunter, der Kurs macht ein neues Tief. Der Rückfall unter die Signallinie zeigt das Scheitern früh.

Der Fehlsignal-Chart verdeutlicht diesen Ablauf: In einem Abwärtstrend kreuzt die MACD-Linie ihre Signallinie kurz nach oben, doch die Erholung bricht sofort zusammen. Wenige Kerzen später fällt die MACD-Linie wieder unter die Signallinie zurück. Wer hier eingestiegen ist, erkennt das Scheitern am erneuten Schnittpunkt und begrenzt Verluste konsequent.

Beispiel für Einstieg, Stop und Ziel

Ein solider Trade erfordert im Vorfeld klar definierte Marken für Einstieg, Stop-Loss und Kursziel. Nach einer bullischen Kreuzung unterhalb der Nulllinie erfolgt der Einstieg typischerweise zum Schlusskurs der Signalkerze. Der Stop wird unter das jüngste Kurstief gelegt, während ein vorheriges Zwischenhoch als logisches Ziel für die Gewinnmitnahme dient.

Das Diagramm zeigt den Ablauf eines planmäßigen Einstiegs nach einer Abwärtsphase:

Nach einem Rückgang kreuzt die MACD-Linie (blau) unter der Nulllinie ihre Signallinie (orange) nach oben („MACD Signal Cross Up“), das Histogramm wechselt ins Plus. Danach steigt der Kurs bis zum Zwischenhoch.ZwischenhochMACD Signal Cross UpMACD (12, 26, 9)10. Mär18. Mär26. Mär3. Apr11. Apr19. Apr27. Apr5. Mai106.40110.0095.0097.50100.00102.50105.00107.500
Nach einem Rückgang kreuzt die MACD-Linie (blau) unter der Nulllinie ihre Signallinie (orange) nach oben („MACD Signal Cross Up“), das Histogramm wechselt ins Plus. Danach steigt der Kurs bis zum Zwischenhoch.

Im Chart fällt der Kurs nach einem Zwischenhoch, und die MACD-Linie rutscht unter die Nulllinie. Nach dem Tief kreuzt sie bei einem Wert von -1,407 ihre Signallinie (-1,677) nach oben („MACD Signal Cross Up“). Die Kerze schließt bei 98,80, und ein Händler kauft zum Schlusskurs. Den Stop setzt er knapp unter das tiefste Tief der letzten fünf Kerzen, bei 94,50; das Risiko beträgt 4,30 Punkte. Ziel ist das Zwischenhoch bei 106,40, an dem der Rückgang begann; der Kurs erreicht es nach 12 Kerzen, das sind 7,60 Punkte. Daraus ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von rund 1:1,8.

Wie nutzt man den MACD auf mehreren Zeitebenen?

Die Analyse mehrerer Zeitebenen schützt Händler davor, kurzfristige Signale isoliert gegen die übergeordnete Trendrichtung zu handeln. Bestätigen die höheren Zeitebenen die Richtung des Signals, spricht die Ausrichtung eher für eine Fortsetzung. Widersprechen sich die Intervalle, empfiehlt sich Zurückhaltung, um Fehlsignale in trendlosen Seitwärtsphasen zu vermeiden.

Tritt beispielsweise auf dem 1h-Chart ein bullisches Kreuzen der Signallinie auf, sollten Trader prüfen, ob der 4h- und der 8h-Chart diesen Anstieg stützen. Zeigt die übergeordnete Zeitebene einen intakten Aufwärtstrend, dient das Signal der kleineren Ebene als Taktgeber für einen Einstieg. Läuft der übergeordnete Markt hingegen abwärts, handelt es sich meist nur um eine flüchtige Gegenbewegung.

Den Trend über die acht Zeitebenen zeigt FinScans auf der Signalseite und im Cockpit.

Wie beeinflussen Nachrichten und Termine den MACD?

Wirtschaftsnachrichten und Notenbankentscheidungen lösen oft plötzliche Kurssprünge aus, die rein rechnerische Indikatoren kurzfristig außer Kraft setzen können. Vor bedeutenden Zinsterminen oder Konjunkturdaten flacht das Momentum häufig ab, während die anschließende Veröffentlichung zu extremen Fehlausschlägen führen kann, die ein diszipliniertes Vorgehen erfordern.

Ein technisches Signal unmittelbar vor wichtigen Terminen birgt Risiken von Slippage und plötzlichen Richtungswechseln. Der Wirtschaftskalender hilft Ihnen dabei, solche marktbewegenden Ereignisse rechtzeitig zu erkennen.

Wer zusätzlich die Nachrichtenlage im Cockpit verfolgt, gleicht technische Auslöser mit dem fundamentalen Umfeld ab. Bei besonders wichtigen Terminen warten viele Trader den ersten Impuls ab und steigen erst ein, wenn sich der Markt stabilisiert hat.

Wie setzt man den MACD in den vier Handelsstilen ein?

Die Wahl des Handelsstils legt fest, wie stark das Marktrauschen die Interpretation prägt und wie lange Positionen im Schnitt gehalten werden. Vom schnellen Handel auf kleinen Zeitebenen bis zur langfristigen Positionierung verlangt jeder Stil einen maßgeschneiderten Umgang mit den Indikatorlinien sowie klare Regeln zur Begrenzung von Verlusten.

MACD im Scalping

Beim Scalping auf dem 15m- und 30m-Chart kreuzen sich die beiden MACD-Linien sehr häufig, und viele dieser Kreuzungen sind bloßes Rauschen. Auf diesen kurzen Zeitebenen wechseln die Ausschläge in rascher Folge, weshalb eine ungefilterte Umsetzung jedes Wechsels der beiden MACD-Linien rasch zu Fehltrades führt. Zur übergeordneten Orientierung ziehen Scalper den 1h- oder 2h-Chart heran. Nur wenn die Richtung auf dem höheren Intervall mit der kurzfristigen Dynamik übereinstimmt, wird eine Position eröffnet. Da Trades oft nur wenige Minuten bis wenige Stunden laufen, müssen Einstieg und Verlustbegrenzung sehr eng gewählt werden. Spread und Slippage können bei der hohen Handelsfrequenz einen spürbaren Teil des Ertrags aufzehren. Scalper konzentrieren sich deshalb auf hochliquide Marktphasen während der Überschneidung der europäischen und amerikanischen Handelssitzungen. Die Positionen werden strikt vor dem Ende der Sitzung glattgestellt, sodass kein Übernacht-Risiko entsteht. Das verlangt hohe Konzentration am Bildschirm; hilfreich ist, nur Kreuzungen zu handeln, die in dieselbe Richtung zeigen wie das Histogramm auf der höheren Zeitebene.

MACD im Daytrading

Im Daytrading auf dem 1h- und 2h-Chart zeigt eine Kreuzung mit der Signallinie oft, dass der Schwung innerhalb des Tages dreht, und die Positionen werden vor Handelsschluss geschlossen. Händler nutzen den 4h- oder 8h-Chart, um die übergeordnete Tagesrichtung verlässlich zu bestimmen. Das Rauschen ist spürbar geringer als beim Scalping, wodurch Nulllinien- und Signallinien-Kreuzungen an Aussagekraft gewinnen. Einstiege erfolgen meist nach einem Rücksetzer im Trend, sobald das Histogramm wieder in Trendrichtung dreht. Der Stop-Loss liegt knapp außerhalb der jüngsten Swings, während das Kursziel an vorherigen Tageshochs oder -tiefs ausgerichtet wird. Da Positionen niemals über Nacht gehalten werden, entfallen unvorhersehbare Eröffnungslücken am Folgetag vollständig. Trader müssen den Markt während der aktiven Sitzung aufmerksam beobachten, können ihre Analysen jedoch geordnet durchführen. Die Transaktionskosten fallen im Verhältnis zur durchschnittlichen Gewinnspanne moderat aus. Der Indikator hilft dabei, Erschöpfungsphasen im Tagesverlauf zu erkennen und Gewinne rechtzeitig vor dem Handelsschluss mitzunehmen. Wer mehrere Sitzungen am Tag handelt, passt die Erwartungen an das jeweilige Handelsvolumen der Zeitzonen an.

MACD im Swing-Trading

Beim Swing-Trading auf dem 4h- und 8h-Chart halten Trader Positionen über Tage bis wenige Wochen; hier zeigt der MACD, ob ein mehrtägiger Trend an Schwung gewinnt oder verliert. Zur übergeordneten Trendbestimmung dient der 12h- oder Tageschart (1d). Auf diesen Zeitebenen glättet der Indikator die untertägigen Kursschwankungen weitgehend. Kreuzungen mit der Signallinie können hier den Beginn eines mehrtägigen Trendabschnitts anzeigen. Trader steigen ein, wenn der Indikator nach einer Korrektur wieder in Richtung des Haupttrends anzieht. Die Stops werden mit ausreichendem Abstand unter markante Strukturpunkte platziert, um normalen Marktschwankungen Raum zu geben. Da Positionen über mehrere Tage und Wochen gehalten werden, müssen Händler das Übernacht-Risiko sowie mögliche Wochenendlücken bei Devisen einkalkulieren; Kryptowährungen werden auch am Wochenende gehandelt. Der zeitliche Aufwand für die Marktbeobachtung bleibt überschaubar, da wenige Kontrollblicke pro Tag ausreichen. Der Indikator dient hier auch als Instrument zur Trendverfolgung, indem Gewinne laufen gelassen werden, solange das Histogramm keine markante Abschwächung signalisiert. Geduldige Händler nutzen Teilschließungen, um Buchgewinne abzusichern, wenn der Trend erste Anzeichen von Schwäche zeigt.

MACD im Position-Trading

Im Position-Trading auf dem 12h- und 1d-Chart dauern Trades Wochen bis Monate; eine Nulllinien-Kreuzung auf dem Tageschart markiert hier oft den Wechsel der großen Trendrichtung. Eine höhere Zeitebene als 1d gibt es bei FinScans nicht; zur Einordnung dient deshalb der Verlauf des 1d-Charts über mehrere Monate. Kurzfristiges Marktrauschen tritt völlig in den Hintergrund, und fundamentale Einflussfaktoren gewinnen an Gewicht. Kreuzt die MACD-Linie die Nulllinie nach oben, spricht dies für eine Verschiebung des Kräfteverhältnisses zugunsten der Käufer. Die Stops liegen weit entfernt unter langfristigen Wendepunkten, und die Kursziele orientieren sich an übergeordneten Chartmarken. Trader müssen Phasen zwischenzeitlicher Buchverluste aushalten können, da Trends über Monate hinweg erhebliche Korrekturen durchlaufen. Der tägliche Überwachungsaufwand ist gering. Das Setup zielt darauf ab, große makroökonomische Wellenbewegungen mitzunehmen und vorzeitige Ausstiege durch kurzfristige Störfeuer konsequent zu vermeiden.

StilZeitebenehöhere ZeitebeneHaltedauerworauf achten
Scalping15m, 30m1h, 2hMinuten bis einige StundenRauschen, Spread
Daytrading1h, 2h4h, 8hinnerhalb des TagesHandelssitzungen, Termine
Swing4h, 8h12h, 1dTage bis wenige WochenÜbernacht-Risiko
Position12h, 1d1d über mehrere MonateWochen bis MonateWochenend-Lücken, Makrodaten

MACD oder gleitende Durchschnitte?

Der MACD und die gleitenden Durchschnitte im Kurschart beruhen auf denselben Daten, zeigen sie aber unterschiedlich. Die Durchschnitte zeigen, wo der Kurs im Verhältnis zum Trend steht und wo Unterstützungen liegen; der MACD zeigt, wie schnell sich die Durchschnitte voneinander entfernen oder einander annähern.

Eine Nulllinien-Kreuzung des MACD entspricht der Kreuzung der beiden gleitenden Durchschnitte über 12 und 26 Perioden im Kurschart; der MACD zeigt sie in einem eigenen Fenster und macht zusätzlich den Abstand der beiden Linien sichtbar. Wer Kursmarken für Stop und Ziel sucht, nutzt eher die Durchschnitte im Chart; wer den Schwung messen will, eher den MACD.

MerkmalMACDGleitende Durchschnitte im Kurschart
DarstellungEigenes Fenster unter dem ChartLinien direkt im Kurschart
ZeigtAbstand und Schwung der DurchschnitteLage des Kurses zum Durchschnitt
Frühes SignalKreuzung mit der Signallinie, HistogrammKurs kreuzt einen kurzen Durchschnitt
TrendwechselKreuzung mit der NulllinieKreuzung zweier Durchschnitte
Stop und ZielKeine KursmarkenDurchschnitte wirken als Unterstützung oder Widerstand

Typische Fehler beim Trading mit dem MACD

Typische Fehler entstehen durch die unkritische Nutzung jeder Linienkreuzung als sofortiges Einstiegssignal oder das voreilige Missachten des vorherrschenden Trendkontexts. Auch das Vernachlässigen wichtiger horizontaler Zonen im Chart und überzogene Gewinnerwartungen an sehr kurzen Zeitintervallen führen bei vielen Einsteigern zu vermeidbaren Verlusten.

  • Jede Kreuzung unreflektiert handeln: In Seitwärtsmärkten kreuzen sich die Linien ständig hin und her, ohne dass eine echte Kursbewegung folgt.
  • Den übergeordneten Trend ignorieren: Ein bullisches Signal auf kleiner Zeitebene scheitert häufig, wenn der Markt auf Tagesbasis stark fällt.
  • Die Nulllinie übersehen: Eine Signallinien-Kreuzung weit unter der Nulllinie ist oft nur eine Gegenbewegung, kein vollständiger Trendwechsel.
  • Divergenzen isoliert betrachten: Divergenzen kündigen eine Verlangsamung an, führen aber in starken Trendphasen nicht zwingend zur Umkehr.
  • Fehlendes Risikomanagement: Wer ohne klaren Stop-Loss handelt, riskiert bei Fehlsignalen schwere Verluste, wenn die Dynamik abrupt dreht.

Wie die MACD-Auslöser in FinScans-Signalen heißen

Auf der Signalseite stehen die MACD-Auslöser in der Tabelle der Auslöser, jeweils mit einem Pfeil: ▲ heißt, FinScans zählt den Auslöser zur bullischen Seite, ▼ zur bärischen. Es gibt zehn Namen:

  • „MACD Signal Cross Up“ (▲): Die MACD-Linie kreuzt ihre Signallinie nach oben.
  • „MACD Signal Cross Down“ (▼): Die MACD-Linie kreuzt ihre Signallinie nach unten.
  • „MACD Zero Cross Up“ (▲): Die MACD-Linie kreuzt die Nulllinie nach oben.
  • „MACD Zero Cross Down“ (▼): Die MACD-Linie kreuzt die Nulllinie nach unten.
  • „MACDFIX Signal Cross Up“ (▲): Bei der Variante MACDFIX kreuzt die MACD-Linie ihre Signallinie nach oben.
  • „MACDFIX Signal Cross Down“ (▼): Bei der Variante MACDFIX kreuzt die MACD-Linie ihre Signallinie nach unten.
  • „MACDFIX Zero Cross Up“ (▲): Bei der Variante MACDFIX kreuzt die MACD-Linie die Nulllinie nach oben.
  • „MACDFIX Zero Cross Down“ (▼): Bei der Variante MACDFIX kreuzt die MACD-Linie die Nulllinie nach unten.
  • „APO Zero Cross Up“ (▲): Der APO kreuzt die Nulllinie nach oben; der schnelle Durchschnitt steigt also über den langsamen.
  • „APO Zero Cross Down“ (▼): Der APO kreuzt die Nulllinie nach unten; der schnelle Durchschnitt fällt also unter den langsamen.

Für Indikatoren zeigt die Signalseite keine Klasse. Ein MACD-Auslöser steht selten allein: FinScans verrechnet ihn mit den anderen Auslösern desselben Signals zu einer Gesamtrichtung. Ob er mit oder gegen die übergeordnete Bewegung läuft, zeigen der Trend über die acht Zeitebenen und die Gesamt-Einschätzung.

Der folgende Block zeigt aktuelle Daten zu den MACD-Auslösern. Die Trefferquote ist immer relativ zum Durchschnitt zu sehen: Liegt sie darüber, hat der Auslöser einen statistischen Vorteil; liegt sie darunter, taugt er eher als Hinweis als als alleiniger Einstiegsgrund. Die Quoten können je Handelsstil stark variieren, weil auf kurzen Zeitebenen mehr Rauschen wirkt. Auch die Abstände von Ziel und Stopp spielen hinein: Ein enger Stopp wird öfter erreicht als ein weiter, ein fernes Ziel seltener als ein nahes.

Das meldet die Maschine, das prüfen Sie selbst

Die Maschine übernimmt die Beobachtung der Forex- und Krypto-Paare auf acht Zeitebenen und meldet die MACD-Auslöser. Die Beurteilung des einzelnen Setups bleibt jedoch in der Verantwortung des Händlers. Dieses Zusammenspiel aus maschineller Vorarbeit und menschlicher Erfahrung heißt Hybrid-Trading.

  • Die Maschine meldet die Kreuzung der Linien; Sie prüfen, ob markante Unterstützungen und Widerstände im Chart das Kursziel sinnvoll begrenzen.
  • Die Maschine zeigt den Trend über acht Zeitebenen; Sie kontrollieren im Wirtschaftskalender, ob anstehende Termine unkalkulierbare Volatilität auslösen können.
  • Der Datenblock liefert die bisherige Trefferquote; Sie berechnen die passende Positionsgröße gemäß den Grundsätzen für solides Risikomanagement.
  • Die Maschine meldet einen Schwungwechsel im Histogramm; Sie beurteilen, ob das Kerzenmuster an der Signalkerze die angenommene Richtung untermauert.
  • Die Maschine zeigt die Kursentwicklung Kerze für Kerze; Sie halten sich strikt an den Ausstiegsplan und schließen die Position diszipliniert am Ziel oder Stop.

Häufige Fragen

Welche Einstellungen sind beim MACD üblich?

Am weitesten verbreitet ist die Einstellung 12, 26, 9: ein exponentieller Durchschnitt über 12 und einer über 26 Perioden für die MACD-Linie und ein Durchschnitt über 9 Perioden der MACD-Linie als Signallinie. Kürzere Werte reagieren schneller, erzeugen aber mehr Fehlsignale; längere glätten stärker und melden Wendepunkte später.

Was ist der Unterschied zwischen Signallinien- und Nulllinien-Kreuzung?

Die Kreuzung mit der Signallinie zeigt, dass sich der Schwung dreht; sie kommt früher und häufiger. Die Kreuzung mit der Nulllinie zeigt, dass der schnelle Durchschnitt den langsamen gekreuzt hat; sie spricht eher für einen Trendwechsel, kommt aber später.

Eignet sich der MACD für alle Anlageklassen?

Der Indikator lässt sich auf alle Märkte mit fortlaufenden Kursen anwenden, etwa Aktien, Indizes, Devisen und Kryptowährungen. Er rechnet nur mit Schlusskursen; in dünn gehandelten Märkten verzerren Kurslücken und Ausreißer aber die Durchschnitte und damit auch den MACD.

Wie unterscheidet sich der MACD vom RSI?

Während der MACD als trendfolgender Oszillator den Abstand zweier gleitender Durchschnitte abbildet, misst der RSI das Verhältnis von Aufwärts- zu Abwärtsbewegungen auf einer festen Skala von 0 bis 100. Beide ergänzen sich: Der MACD zeigt Richtung und Schwung, der RSI, ob ein Markt überkauft oder überverkauft ist.

Quellen

  • Appel, Gerald: Technical Analysis: Power Tools for Active Investors, FT Prentice Hall, 2005.
  • Murphy, John J.: Technical Analysis of the Financial Markets, New York Institute of Finance, 1999.

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