Chartmuster

Dreiecke im Trading: Aufsteigend, absteigend, symmetrisch

Kurz erklärt

Ein Dreieck entsteht, wenn der Kurs zwischen zwei zusammenlaufenden Linien pendelt. Beim aufsteigenden Dreieck ist die obere Linie waagrecht und die Tiefs steigen, beim absteigenden ist die untere Linie waagrecht und die Hochs fallen, beim symmetrischen laufen beide Linien schräg aufeinander zu. Aussagekräftig wird das Muster erst mit dem Ausbruch. FinScans meldet auf den Forex- und Krypto-Paaren drei Auslöser: „Ascending Triangle“, „Descending Triangle“ und „Symmetrical Triangle“.

Was sind Dreiecke?

Dreiecke zählen zu den klassischen Konsolidierungsformationen der technischen Analyse und entstehen, wenn sich die Kursschwankungen zwischen zwei aufeinander zulaufenden Begrenzungslinien verengen. Sie zeigen ein vorübergehendes Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage an, das sich erst mit einem Schlusskurs außerhalb der Formation auflöst.

Dreiecke gehören meist zu den Fortsetzungsmustern: Der Kurs legt im laufenden Trend eine Pause ein, die Schwankungen werden kleiner, und nach dem Ausbruch läuft die Bewegung oft in die alte Richtung weiter. Robert D. Edwards und John Magee haben Dreiecke in Technical Analysis of Stock Trends (1948) ausführlich beschrieben; John J. Murphy unterscheidet in Technical Analysis of the Financial Markets (1999) die drei Formen symmetrisch, aufsteigend und absteigend.

Innerhalb der Chartmuster nehmen Dreiecke einen festen Platz ein, weil sie sowohl den Zeitpunkt eines nachlassenden Bewegungsimpulses als auch den Punkt markieren, an dem eine Seite das Ruder wieder übernimmt.

Wie erkennt man ein Dreieck?

Ein Dreieck lässt sich im Chart erkennen, sobald mindestens zwei markante Zwischenhochs und zwei Zwischentiefs durch zwei konvergierende Trendlinien verbunden werden können. Je nach Neigung der oberen und unteren Begrenzung zeigt sich dabei, ob eine Marktseite bereits innerhalb der Pause mehr Druck aufbaut.

  • Zwei Linien begrenzen den Kurs: eine obere an den Hochs und eine untere an den Tiefs. Sie laufen nach rechts zusammen.
  • Jede Linie berührt der Kurs mindestens zweimal; nach John J. Murphy braucht ein Dreieck mindestens vier Wendepunkte.
  • Die Schwankungen werden von Welle zu Welle kleiner, und das Volumen geht meist zurück.
  • Vor dem Dreieck läuft ein erkennbarer Trend; beim symmetrischen Dreieck richtet sich nach ihm die erwartete Ausbruchsrichtung.
  • Vollendet ist das Muster erst, wenn der Kurs jenseits einer der beiden Linien schließt.
  • Der Ausbruch kommt meist, bevor der Kurs die Spitze erreicht; nach Murphy oft nach zwei Dritteln bis drei Vierteln der Strecke vom Anfang des Dreiecks bis zur Spitze.

Im Devisenhandel gibt es kein zentrales Börsenvolumen; Händler achten dort vor allem auf die sauber abnehmende Schwankungsbreite der Kerzen und den Schlusskurs der Ausbruchskerze.

Was steckt hinter einem Dreieck?

Hinter einem Dreieck steht eine Phase zunehmender Zurückhaltung im Markt, in der sowohl Käufer als auch Verkäufer vorsichtiger agieren und die Handelsspanne von Welle zu Welle enger wird. Wie sich die beiden Seiten dabei gegenüberstehen, unterscheidet sich je nach Dreiecksform deutlich.

Beim aufsteigenden Dreieck verteidigen Verkäufer eine feste Angebotszone auf etwa gleichem Preisniveau, während Käufer bei jedem Rücksetzer früher zugreifen und bereit sind, zu immer höheren Kursen einzusteigen. Ist das Angebot an der waagrechten Hürde aufgebraucht, kann der Kurs nach oben ausbrechen.

Beim absteigenden Dreieck verhält es sich umgekehrt: Käufer halten zunächst eine waagrechte Nachfragezone, doch Verkäufer geben ihre Positionen bei jeder Zwischenerholung zu immer tieferen Kursen ab. Beim symmetrischen Dreieck rücken beide Lager gleichermaßen näher zusammen, ohne dass eine Seite vor dem Ausbruch ein klares Übergewicht zeigt.

Welche Arten gibt es?

In der Chartanalyse werden drei Grundformen von Dreiecken unterschieden, die sich aus dem Verlauf der oberen und der unteren Begrenzungslinie ergeben. Ergänzend ist die saubere Abgrenzung zu verwandten Mustern wichtig, deren Linien ebenfalls zusammenlaufen, aber eine andere Vorgeschichte oder Neigung aufweisen.

Aufsteigendes Dreieck

Beim aufsteigenden Dreieck verläuft die obere Linie waagrecht, während die Tiefs von Welle zu Welle höher liegen; nach Murphy gilt es als bullisches Muster. Es tritt häufig als Pause in einem bestehenden Aufwärtstrend auf, kann aber auch am Ende eines Rückgangs eine Bodenbildung abschließen, sobald die waagrechte Hürde überwunden wird.

Absteigendes Dreieck

Beim absteigenden Dreieck verläuft die untere Linie waagrecht, während die Hochs von Welle zu Welle tiefer liegen; nach Murphy gilt es als bärisches Muster. Die wiederkehrenden tieferen Zwischenhochs zeigen, dass der Verkaufsdruck zunimmt; schließt eine Kerze unter der waagrechten Unterkante, gilt das Muster als vollendet.

Symmetrisches Dreieck

Beim symmetrischen Dreieck fällt die obere Linie, und die untere steigt; die Form selbst nennt keine Richtung, deshalb entscheidet erst der Ausbruch. Da sich Hochs und Tiefs in etwa gleichem Maß annähern, warten Händler den Kerzenschluss außerhalb einer der beiden Begrenzungen ab, statt die Richtung vorwegzunehmen.

Abgrenzung zu Keil und Wimpel

Laufen beide Linien in dieselbe Richtung, also beide steigend oder beide fallend, handelt es sich um einen Keil und nicht um ein Dreieck. Ein kleines symmetrisches Dreieck direkt nach einer fast senkrechten Kursbewegung heißt Wimpel; es dauert nur kurz und folgt auf eine steile Fahnenstange.

DreiecksformObere LinieUntere LinieÜbliche Richtung nach dem Lehrbuch
Aufsteigendes DreieckWaagrechtSteigendMeist nach oben (bullisch)
Absteigendes DreieckFallendWaagrechtMeist nach unten (bärisch)
Symmetrisches DreieckFallendSteigendOffen, oft in Richtung des vorherigen Trends

Wann gilt der Ausbruch, und wann nicht?

Ein Ausbruch aus einem Dreieck gilt, sobald eine Kerze klar außerhalb der Begrenzungslinie schließt und die Bewegung nicht bloß als kurzer Docht über die Linie hinausragt. Kehrt der Kurs hingegen rasch in das Dreieck zurück und schließt jenseits der gegenüberliegenden Linie, ist der Ausbruch gescheitert.

Heikel wird es, wenn der Kurs erst kurz vor der Spitze ausbricht: Dort ist die Spanne so eng, dass der Kurs oft ohne klaren Schub seitwärts aus dem Dreieck herausläuft.

Fehlausbruch aus einem symmetrischen Dreieck: Die Kerze schließt unter der unteren Linie („Symmetrical Triangle“ mit Pfeil nach unten), doch wenige Kerzen später schließt der Kurs über der oberen Linie. Damit ist der Ausbruch nach unten gescheitert.Symmetrical Triangle7. Mär12. Mär17. Mär22. Mär27. Mär1. Apr6. Apr11. Apr111.10100.00102.50105.00107.50110.00112.50
Fehlausbruch aus einem symmetrischen Dreieck: Die Kerze schließt unter der unteren Linie („Symmetrical Triangle“ mit Pfeil nach unten), doch wenige Kerzen später schließt der Kurs über der oberen Linie. Damit ist der Ausbruch nach unten gescheitert.

Im Fehlsignal-Chart fällt der Kurs zuerst und pendelt dann in einem symmetrischen Dreieck. Die Ausbruchskerze schließt bei 101,40 unter der unteren Linie, die dort bei 102,55 liegt. Drei Kerzen später schließt der Kurs bei 105,10 über der oberen Linie bei 104,00; damit ist der Ausbruch nach unten gescheitert, und der Kurs steigt weiter.

Beispiel für Einstieg, Stop und Kursziel

Für einen strukturierten Trade mit einem Dreieck warten Händler den Schlusskurs der Ausbruchskerze ab, statt bereits innerhalb der enger werdenden Spanne zu kaufen. Der Stop-Loss wird unter das letzte Zwischentief vor dem Ausbruch gesetzt, während sich das Kursziel aus der Anfangshöhe der Formation ableitet.

Das klassische Kursziel ergibt sich aus der Höhe des Dreiecks an seiner breitesten Stelle, also am Anfang: Man trägt sie vom Ausbruchspunkt aus in Ausbruchsrichtung ab.

Aufsteigendes Dreieck: Die Hochs stoßen mehrmals an die waagrechte obere Linie, die Tiefs steigen an. Die Ausbruchskerze schließt über der oberen Linie („Ascending Triangle“), danach steigt der Kurs bis zum Kursziel aus der Höhe des Dreiecks.KurszielAscending Triangle7. Mär12. Mär17. Mär22. Mär27. Mär1. Apr6. Apr11. Apr114.70116.30100.00105.00110.00
Aufsteigendes Dreieck: Die Hochs stoßen mehrmals an die waagrechte obere Linie, die Tiefs steigen an. Die Ausbruchskerze schließt über der oberen Linie („Ascending Triangle“), danach steigt der Kurs bis zum Kursziel aus der Höhe des Dreiecks.

Im Chart steigt der Kurs zunächst und stößt dann bei 108,00 an eine waagrechte Linie, an der er mehrmals abprallt. Die Tiefs steigen dabei an, von 102,20 auf 105,80; am Anfang ist das Dreieck 6,70 Punkte hoch. Die Ausbruchskerze schließt bei 109,10 über der waagrechten Linie, und ein Händler kauft zum Schlusskurs. Der Stop liegt knapp unter dem letzten Tief im Dreieck, bei 105,70; das Risiko beträgt 3,40 Punkte. Das Kursziel ergibt sich aus der Höhe: 6,70 Punkte, abgetragen von der waagrechten Linie bei 108,00, ergeben 114,70. Der Kurs erreicht es nach 9 Kerzen; das sind 5,60 Punkte vom Einstieg. Daraus ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von rund 1:1,6.

Wie nutzt man Dreiecke auf mehreren Zeitebenen?

Der Abgleich über mehrere Zeitebenen hinweg zeigt, ob der Ausbruch aus einem Dreieck mit der übergeordneten Bewegung im Einklang steht oder gegen eine nahe Hürde im höheren Chart läuft. Stimmen die Richtungen überein, läuft der Ausbruch mit dem größeren Trend statt gegen ihn.

Bricht beispielsweise auf dem 1h-Chart ein aufsteigendes Dreieck nach oben aus, während auch der 4h- und der 1d-Chart aufwärts gerichtet sind, fügt sich das Muster als Fortsetzungspause in den größeren Trend ein. Liegt dagegen knapp über der waagrechten Dreieckslinie ein markanter Widerstand auf dem Tageschart, kann der Ausbruch dort rasch ins Stocken geraten. Den Trend über die acht Zeitebenen zeigt FinScans auf der Signalseite und im Cockpit.

Wie beeinflussen Nachrichten und Termine Dreiecke?

Vor wichtigen Wirtschaftsterminen oder Zinsentscheidungen schrumpft die Schwankungsbreite oft spürbar zusammen, weil Marktteilnehmer abwarten; im Chart entsteht dadurch leicht das Bild eines engen Dreiecks. Die anschließende Veröffentlichung kann den Kurs dann kurz in eine Richtung über die Linie treiben und sofort wieder umkehren.

Wer vor dem Einstieg in den Wirtschaftskalender schaut, sieht, ob ein Ausbruch in die erste Reaktion auf eine Datenveröffentlichung fallen könnte. Wer zusätzlich die Nachrichtenlage im Cockpit prüft, sieht, ob ein Ausbruch aus einer ruhigen Marktphase heraus erfolgt oder in ein Umfeld wichtiger Meldungen fällt.

Wie setzt man Dreiecke in den vier Handelsstilen ein?

Je nach Handelsstil und Zeitebene unterscheiden sich sowohl die Entstehungsdauer eines Dreiecks als auch der Abstand zwischen Einstieg, Stop und Kursziel erheblich. Während auf kurzen Charts viele kleine Dreiecke im Tagesverlauf verpuffen, fassen Dreiecke auf höheren Zeitebenen mehrtägige oder mehrwöchige Marktphasen zusammen.

Dreiecke im Scalping

Beim Scalping auf dem 15m- und 30m-Chart bilden sich kleine Dreiecke vor allem in ruhigen Phasen zwischen den Handelssitzungen; viele lösen sich nach wenigen Kerzen ohne klaren Ausbruch wieder auf. Scalper achten deshalb vor allem auf Ausbrüche zu Beginn der Sitzung in London oder New York, wenn mehr Bewegung in den Markt kommt. Scalper gleichen die Ausbruchsrichtung immer mit dem 1h- oder 2h-Chart ab und handeln bevorzugt in Richtung des dortigen Trends. Der Stop liegt eng unter dem letzten Zwischentief im Dreieck; da die Anfangshöhe des Dreiecks auf diesen kurzen Zeitebenen nur wenige Punkte umfasst, fällt der Spread im Verhältnis zum Kursziel spürbar ins Gewicht. Läuft der Kurs bis kurz vor die Spitze, ohne auszubrechen, lassen viele Scalper die Formation aus, weil der folgende Schub oft zu schwach bleibt. Bricht der Kurs zugleich über das Hoch oder unter das Tief der laufenden Sitzung aus, liegt zwischen Einstieg und Kursziel keine Hürde aus derselben Sitzung mehr. Offene Positionen werden vor dem Ende der Sitzung geschlossen, sodass kein Übernacht-Risiko entsteht.

Dreiecke im Daytrading

Im Daytrading auf dem 1h- und 2h-Chart kann ein Dreieck einen großen Teil einer Sitzung umfassen, und die Positionen werden vor dem Ende des Handelstages geschlossen. Den übergeordneten Rahmen liefern der 4h- und der 8h-Chart. Ein typisches Bild: Nach der ersten Bewegung der Sitzung in London pendelt der Kurs über mehrere Stunden zwischen zwei zusammenlaufenden Linien, und der Ausbruch kommt erst in der Überschneidung der Sitzungen in London und New York. Daytrader warten den vollen Kerzenschluss jenseits der Linie ab und legen den Stop unter das jüngste Tief innerhalb des Dreiecks. Weil sich das letzte Tief gegen Ende des Dreiecks bereits der Ausbruchslinie angenähert hat, bleibt der Stop-Abstand oft überschaubar im Verhältnis zur Anfangshöhe der Formation. Erfolgt der Ausbruch jedoch erst gegen Ende der Sitzung in New York oder unmittelbar vor einem wichtigen Termin im Kalender, verzichten viele Daytrader auf den Einstieg, weil für den Weg zum Kursziel vor dem Ende des Handelstages zu wenig Zeit bleibt. Fällt der Kurs nach dem Ausbruch noch einmal von außen an die durchbrochene Linie zurück, ohne wieder in das Dreieck einzutauchen, bietet dieser Rücklauf einen zweiten Einstiegspunkt.

Dreiecke im Swing-Trading

Beim Swing-Trading auf dem 4h- und 8h-Chart halten Trader Positionen über Tage bis wenige Wochen; ein Dreieck nach einem mehrtägigen Trend ist hier ein typischer Anlass, auf den Ausbruch in Trendrichtung zu warten. Zur Einordnung ziehen Swing-Trader den 12h- und den 1d-Chart heran. Auf diesen Zeitebenen erstreckt sich ein Dreieck meist über mehrere Handelstage, sodass einzelne untertägige Ausreißer weniger Gewicht haben und die vier oder mehr Wendepunkte klarer hervortreten. Nach dem Schluss der Ausbruchskerze wird der Stop unter das letzte Zwischentief im Dreieck gelegt, während das aus der Anfangshöhe berechnete Kursziel mit übergeordneten Zonen für Unterstützung und Widerstand abgeglichen wird. Da die Position über mehrere Tage und oft auch über das Wochenende läuft, müssen Übernacht-Risiken und bei Devisen mögliche Wochenend-Lücken eingeplant werden, während Kryptowährungen durchgängig gehandelt werden. Nach einem Rücklauf an die durchbrochene Dreieckslinie, der dort hält, ziehen viele Swing-Trader den Stop unter dieses neue Zwischentief nach, um das anfängliche Risiko zu verkleinern. Läuft das Dreieck über ein Wochenende, zählt bei Devisen erst der Schlusskurs der ersten Kerze nach der Wochenend-Lücke; eine Eröffnung jenseits der Linie ist noch kein Ausbruch.

Dreiecke im Position-Trading

Im Position-Trading auf dem 12h- und 1d-Chart dauern Trades Wochen bis Monate; ein Dreieck auf dem Tageschart kann sich über viele Wochen bilden und markiert hier eine längere Pause im Haupttrend. Eine höhere Zeitebene als 1d gibt es bei FinScans nicht; zur Einordnung dient deshalb der Verlauf des 1d-Charts über mehrere Monate. Wenn der Kurs nach einem monatelangen Anstieg über mehrere Wochen zwischen einer waagrechten oberen Linie und steigenden Tiefs pendelt, bündelt dieses aufsteigende Dreieck eine große Konsolidierungsphase. Position-Trader steigen erst ein, wenn eine Tageskerze klar außerhalb der Begrenzung schließt, und prüfen zugleich, ob das makroökonomische Umfeld die Ausbruchsrichtung stützt. Weil die Anfangshöhe eines mehrwöchigen Dreiecks auf dem Tageschart groß ist, liegen Kursziel und Stop weit vom Einstieg entfernt; Wochenend-Lücken und Zinsentscheide fangen Position-Trader deshalb über eine kleinere Positionsgröße ab. Bricht ein großes Dreieck hingegen gegen die Richtung einer bestehenden Position aus, nutzen Position-Trader diesen Schlusskurs oft als Anlass, den Trade zu überprüfen oder den Stop enger zu ziehen.

StilZeitebenehöhere ZeitebeneHaltedauerworauf achten
Scalping15m, 30m1h, 2hMinuten bis einige StundenFehlausbrüche, Spread
Daytrading1h, 2h4h, 8hinnerhalb des TagesHandelssitzungen, Termine
Swing4h, 8h12h, 1dTage bis wenige WochenÜbernacht-Risiko
Position12h, 1d1d über mehrere MonateWochen bis MonateWochenend-Lücken, Makrodaten

Dreieck oder Keil?

Sowohl beim Dreieck als auch beim Keil laufen zwei Begrenzungslinien nach rechts aufeinander zu, weshalb beide Muster auf den ersten Blick leicht verwechselt werden. Der entscheidende Unterschied liegt in der gemeinsamen Neigung der beiden Linien und in der typischen Aussage für die weitere Richtung.

Beim Dreieck ist eine Linie waagrecht, oder die beiden Linien sind gegeneinander geneigt; beim Keil sind beide Linien in dieselbe Richtung geneigt, und nach Murphy gilt ein steigender Keil als bärisch, ein fallender als bullisch. Während ein aufsteigendes Dreieck mit seiner waagrechten Oberkante auf Kaufinteresse hinweist, zeigt ein steigender Keil, bei dem auch die obere Linie steigt, oft einen nachlassenden Aufwärtsschub an.

MerkmalDreieckKeil (Wedge)
Obere und untere LinieEine waagrecht oder gegeneinander geneigtBeide in dieselbe Richtung geneigt (beide steigend oder beide fallend)
Aussage bei steigender UnterkanteAufsteigendes Dreieck (Oberkante waagrecht): nach dem Lehrbuch bullischSteigender Keil (Oberkante steigt flacher mit): nach dem Lehrbuch bärisch
Aussage bei fallender OberkanteAbsteigendes Dreieck (Unterkante waagrecht): nach dem Lehrbuch bärischFallender Keil (Unterkante fällt flacher mit): nach dem Lehrbuch bullisch
VollendungSchlusskurs jenseits einer BegrenzungslinieSchlusskurs jenseits einer Begrenzungslinie
Klassisches KurszielHöhe am Anfang des Dreiecks ab AusbruchspunktOft der Ausgangspunkt, an dem der Keil begann

Welche Fehler sind bei Dreiecken typisch?

Viele Verluste beim Handel von Dreiecken entstehen, weil Händler ein Muster zu früh als entschieden betrachten oder Linien durch beliebige Kerzenspitzen ziehen. Es kommt deshalb auf die vier Wendepunkte, die Lage des Ausbruchs vor der Spitze und den vollen Kerzenschluss an.

  • Einstieg vor dem Ausbruch: Solange keine Kerze jenseits der Linie geschlossen hat, ist das Dreieck unvollendet und der Kurs kann jederzeit in der Spanne zurückprallen.
  • Linien an zu wenigen Punkten gezogen: Zwei Hochs und ein einzelnes Tief ergeben noch kein Dreieck; jede Linie braucht mindestens zwei klare Berührungen.
  • Ausbruch erst ganz in der Spitze gehandelt: Bricht der Kurs erst unmittelbar an der Spitze aus, fehlt der Bewegung oft der Schwung.
  • Richtung beim symmetrischen Dreieck vorweggenommen: Auch wenn ein Trend voranging, legt erst der Ausbruch fest, nach welcher Seite das symmetrische Dreieck aufgelöst wird.
  • Stop und Ziel ohne Blick auf den Chart übernommen: Liegt ein starker Widerstand deutlich vor dem rechnerischen Kursziel oder wird die Positionsgröße nicht an den Stop-Abstand im Rahmen von solidem Risikomanagement angepasst, kippt das Verhältnis von Chance und Risiko.

Wie die Dreieck-Auslöser in FinScans-Signalen heißen

Auf der Signalseite stehen die Dreieck-Auslöser in der Tabelle der Auslöser, jeweils mit einem Pfeil: ▲ heißt, FinScans zählt den Auslöser zur bullischen Seite, ▼ zur bärischen. Es gibt drei Namen:

  • „Ascending Triangle“ (▲): aufsteigendes Dreieck mit waagrechter oberer Linie und steigenden Tiefs.
  • „Descending Triangle“ (▼): absteigendes Dreieck mit waagrechter unterer Linie und fallenden Hochs.
  • „Symmetrical Triangle“ (▲ oder ▼): symmetrisches Dreieck mit fallender oberer und steigender unterer Linie. Dieser Name steht mal mit ▲, mal mit ▼; welche Seite gemeint ist, zeigt nur der Pfeil.

Zu den Dreieck-Auslösern zeigt die Signalseite außerdem eine Klasse. Sie beschreibt, wie der Auslöser in den letzten Kerzen zustande kam:

Wie FinScans Linien-Auslöser einordnet

Bei Auslösern an Trendlinien, Unterstützungen und Widerständen, Fibonacci-Stufen und Chartmustern zeigt die Signalseite eine Klasse. Sie beschreibt, wie der Auslöser in den letzten Kerzen zustande kam, und ist enger gefasst als die gleichnamigen Lehrbuchbegriffe. Indikatoren haben keine Klasse.

KlasseBedeutung bei FinScans
break + retestDie vorige Kerze hat die Linie gekreuzt, die nächste hat den Bruch bestätigt: zwei Kerzen direkt hintereinander. Nicht der klassische Retest, bei dem der Kurs Tage später an die gebrochene Linie zurückkehrt.
continuationDer Kurs war schon jenseits der Linie und ist weitergelaufen, ohne sie erneut zu berühren. Kein Abpraller: Ein Abpraller an der Linie heißt in den Signalen „Retreat“.
state onlyDer Schlusskurs liegt einfach jenseits der Linie, ohne Interaktion mit ihr in den letzten Kerzen.

Ein Dreieck-Auslöser steht selten allein: FinScans verrechnet ihn mit den anderen Auslösern desselben Signals zu einer Gesamtrichtung. Ob er mit oder gegen die übergeordnete Bewegung läuft, zeigen der Trend über die acht Zeitebenen und die Gesamt-Einschätzung.

Der folgende Block zeigt aktuelle Daten zu den Dreieck-Auslösern. Die Trefferquote ist immer relativ zum Durchschnitt zu sehen: Liegt sie darüber, hat der Auslöser einen statistischen Vorteil; liegt sie darunter, taugt er eher als Hinweis als als alleiniger Einstiegsgrund. Die Quoten können je Handelsstil stark variieren, weil auf kurzen Zeitebenen mehr Rauschen wirkt. Auch die Abstände von Ziel und Stopp spielen hinein: Ein enger Stopp wird öfter erreicht als ein weiter, ein fernes Ziel seltener als ein nahes.

Das meldet die Maschine, das prüfen Sie selbst

Auf der Signalseite erscheinen die drei Dreieck-Auslöser samt Pfeil und Klasse für die beobachteten Forex- und Krypto-Paare. Ob die Linien im Chart sauber an echten Wendepunkten anliegen und ob der Ausbruch in ein stimmiges Umfeld fällt, prüfen Sie im Sinne von Hybrid-Trading selbst.

  • Die Maschine meldet „Ascending Triangle“, „Descending Triangle“ oder „Symmetrical Triangle“; Sie prüfen im Chart, ob beide Linien mindestens zweimal sauber berührt wurden und vor dem Dreieck ein Trend lief.
  • Die Signalseite zeigt Auslöser und Klasse; Sie kontrollieren, ob eine Kerze bereits klar jenseits der Linie geschlossen hat und ob der Ausbruch nicht erst ganz in der Spitze erfolgt.
  • Die Maschine stellt den Trend über acht Zeitebenen bereit; Sie prüfen, ob auf dem höheren Chart eine nahe Zone für Unterstützung und Widerstand den Weg zum Kursziel blockiert.
  • Der Datenblock nennt die bisherige Trefferquote; Sie sehen im Wirtschaftskalender nach, ob ein anstehender Termin wie ein Zinsentscheid einen Fehlausbruch auslösen kann.
  • Die Maschine liefert das Signal; Sie messen die Anfangshöhe des Dreiecks, legen den Stop unter das letzte Zwischentief bzw. über das letzte Zwischenhoch und bestimmen die Positionsgröße nach Ihrem Risikomanagement.

Häufige Fragen

Wie berechnet man das Kursziel eines Dreiecks?

Man misst die Höhe des Dreiecks an seiner breitesten Stelle, also am Anfang, und trägt sie vom Ausbruchspunkt aus in Ausbruchsrichtung ab. Das Ergebnis ist ein Richtwert: Liegt ein starker Widerstand oder eine Unterstützung davor, nehmen viele Trader dort schon einen Teil der Gewinne mit.

In welche Richtung bricht ein symmetrisches Dreieck aus?

Die Form selbst legt die Richtung nicht fest. Weil Dreiecke meist Fortsetzungsmuster sind, erwarten viele Trader einen Ausbruch in Richtung des Trends davor; fest steht die Richtung erst, wenn eine Kerze jenseits einer der beiden Linien schließt.

Warum sollte der Ausbruch nicht erst ganz in der Spitze des Dreiecks erfolgen?

Je näher der Kurs der Spitze kommt, desto enger wird die Spanne zwischen den beiden Linien, bis sich der Bewegungsimpuls oft ganz verliert. Nach John J. Murphy sind Ausbrüche am aussagekräftigsten, wenn sie etwa nach zwei Dritteln bis drei Vierteln des Wegs vom Anfang des Dreiecks bis zur Spitze auftreten.

Kann ein aufsteigendes Dreieck auch nach unten ausbrechen?

Ja, auch wenn ein aufsteigendes Dreieck nach dem Lehrbuch als bullisches Muster gilt, kommt ein Ausbruch unter die steigende untere Linie vor. Deshalb warten vorsichtige Händler immer den Schlusskurs jenseits der Begrenzungslinie ab, statt schon innerhalb des Dreiecks in Erwartung eines Ausbruchs nach oben zu kaufen.

Quellen

  • Edwards, Robert D. / Magee, John: Technical Analysis of Stock Trends, Stock Trend Service, 1948.
  • Murphy, John J.: Technical Analysis of the Financial Markets, New York Institute of Finance, 1999.
  • Bulkowski, Thomas N.: Encyclopedia of Chart Patterns, John Wiley & Sons, 2021.

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