Was ist ein Keil?
Ein Keil ist ein Chartmuster aus zwei zusammenlaufenden Linien, die beide in dieselbe Richtung geneigt sind. Er zeigt einen Kurs, der zwar weiter in eine Richtung läuft, dabei aber immer weniger Raum gewinnt; aufgelöst wird das Muster erst durch einen Schlusskurs außerhalb der Linien.
Robert D. Edwards und John Magee haben den Keil in Technical Analysis of Stock Trends (1948) beschrieben. John J. Murphy ordnet ihn in Technical Analysis of the Financial Markets (1999) nach seiner Neigung ein: Sie läuft in der Regel gegen den vorherrschenden Trend, deshalb gilt ein fallender Keil als bullisch und ein steigender als bärisch.
Innerhalb der Chartmuster steht der Keil dem symmetrischen Dreieck nahe, unterscheidet sich von ihm aber durch diese deutliche Schräglage.
Wie erkennt man einen Keil?
Einen Keil erkennen Sie, wenn sich mindestens zwei Hochs und zwei Tiefs durch zwei Trendlinien verbinden lassen, die in dieselbe Richtung zeigen und nach rechts zusammenlaufen. Entscheidend ist, dass die Linie auf der Seite des erwarteten Ausbruchs steiler verläuft als die andere.
- Zwei Linien begrenzen den Kurs: eine obere an den Hochs und eine untere an den Tiefs. Beide steigen oder beide fallen.
- Die Linien laufen nach rechts zusammen: Beim steigenden Keil steigt die untere Linie steiler als die obere, beim fallenden Keil fällt die obere Linie steiler als die untere.
- Jede Linie berührt der Kurs mindestens zweimal.
- Die Schwankungen werden von Welle zu Welle kleiner, und das Volumen geht meist zurück.
- Vollendet ist das Muster erst, wenn der Kurs jenseits einer der beiden Linien schließt, und zwar bevor sich die Linien treffen.
Im Devisenhandel gibt es kein zentrales Börsenvolumen; Händler achten dort vor allem auf die kleiner werdenden Wellen und den Schlusskurs der Ausbruchskerze.
Was steckt hinter einem Keil?
Hinter einem Keil steht eine Bewegung, die an Kraft verliert: Der Kurs erreicht zwar weiter neue Extreme, doch jede Welle bringt weniger als die vorige. Die führende Seite setzt sich noch durch, muss dafür aber immer mehr Gegenwehr überwinden.
Beim steigenden Keil entstehen immer höhere Hochs und Tiefs, doch die Hochs steigen langsamer als die Tiefs. Käufer greifen bei jedem Rücksetzer früher zu, kommen oben aber kaum noch voran. Die Spanne wird eng, und fällt der Kurs unter die untere Linie, liegen viele der zuletzt eingestiegenen Käufer im Verlust.
Beim fallenden Keil verhält es sich umgekehrt: Die Tiefs fallen langsamer als die Hochs. Verkäufer drücken den Kurs zwar noch tiefer, gewinnen aber von Welle zu Welle weniger. Schließt der Kurs über der oberen Linie, zeigt das, dass der Verkaufsdruck nachgelassen hat.
Welche Arten gibt es?
Es gibt zwei Grundformen, die sich aus der gemeinsamen Neigung der Linien ergeben. Beide können je nach Lage im Chart als Fortsetzung oder als Umkehr auftreten; wichtig ist außerdem die Abgrenzung zu Dreieck und Flagge, die ähnlich aussehen können.
Steigender Keil
Beim steigenden Keil steigen beide Linien, die untere steiler als die obere; nach Murphy gilt er als bärisch. Er kann in einem Abwärtstrend als Gegenbewegung auftreten, die nach dem Ausbruch in den alten Trend zurückführt, oder am Ende eines Aufwärtstrends als Warnung vor einer Wende.
Fallender Keil
Beim fallenden Keil fallen beide Linien, die obere steiler als die untere; nach Murphy gilt er als bullisch. Er kann in einem Aufwärtstrend als Korrektur auftreten, nach der der Anstieg weiterläuft, oder am Ende eines Abwärtstrends einen Boden einleiten.
Fortsetzung oder Umkehr
Der Keil nennt seine erwartete Richtung über die Neigung, nicht über den Trend davor. Ist der Keil gegen den vorigen Trend geneigt, ist er eine Fortsetzung; ist er mit dem Trend geneigt, eine mögliche Umkehr. In beiden Fällen wird der Ausbruch entgegen der Neigung erwartet.
Abgrenzung zu Dreieck und Flagge
Ist eine Linie waagrecht oder sind die beiden Linien gegeneinander geneigt, handelt es sich um ein Dreieck. Laufen beide Linien parallel und folgt das Muster auf eine steile Fahnenstange, ist es eine Flagge.
| Keilform | Obere Linie | Untere Linie | Richtung nach dem Lehrbuch |
|---|---|---|---|
| Steigender Keil | Steigt flacher | Steigt steiler | Nach unten (bärisch) |
| Fallender Keil | Fällt steiler | Fällt flacher | Nach oben (bullisch) |
Wann gilt der Ausbruch, und wann nicht?
Ein Ausbruch aus einem Keil gilt, sobald eine Kerze außerhalb der Begrenzungslinie schließt und nicht nur ein Docht über die Linie hinausragt. Kehrt der Kurs dagegen rasch zurück und schließt jenseits der gegenüberliegenden Linie, ist der Ausbruch gescheitert, und die Bewegung läuft oft in Richtung der Neigung weiter.
Heikel wird es, wenn der Kurs erst kurz vor dem Schnittpunkt der Linien ausbricht: Dort ist die Spanne so eng, dass schon kleine Schwankungen einen Schluss jenseits der Linie erzeugen.
Im Fehlsignal-Chart fällt der Kurs zuerst und steigt dann in einem Keil mit zwei steigenden Linien. Die Ausbruchskerze schließt bei 106,90 unter der unteren Linie, die dort bei 108,00 liegt. Vier Kerzen später schließt der Kurs bei 111,41 über der oberen Linie bei 110,40; damit ist der Ausbruch nach unten gescheitert, und der Kurs steigt weiter.
Beispiel für Einstieg, Stop und Kursziel
Für einen strukturierten Trade mit einem Keil warten Händler den Schlusskurs der Ausbruchskerze ab, statt schon in der enger werdenden Spanne zu handeln. Der Stop liegt jenseits des letzten Extrems im Keil; als Kursziel dient nach Edwards und Magee der Anfang des Keils, von dem die Bewegung ausging.
Im Chart steigt der Kurs zunächst und korrigiert dann in einem Keil: Die Hochs fallen von 110,40 auf 103,68, die Tiefs von 104,04 auf 100,88. Die Ausbruchskerze schließt bei 103,90 über der oberen Linie, die dort bei 102,00 liegt, und ein Händler kauft zum Schlusskurs. Der Stop liegt knapp unter dem letzten Tief im Keil, bei 100,78; das Risiko beträgt 3,12 Punkte. Das Kursziel ist der Anfang des Keils bei 110,40. Der Kurs erreicht es nach 12 Kerzen; das sind 6,50 Punkte vom Einstieg. Daraus ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von rund 1:2,1.
Wie nutzt man Keile auf mehreren Zeitebenen?
Der Abgleich über mehrere Zeitebenen zeigt, ob ein Keil eine Korrektur im größeren Trend ist oder gegen ihn läuft. Ein fallender Keil auf dem kleineren Chart hat mehr Gewicht, wenn der höhere Chart steigt, denn dann führt der Ausbruch in die Richtung der Hauptbewegung.
Bildet sich zum Beispiel auf dem 1h-Chart ein fallender Keil, während der 4h- und der 1d-Chart steigen, fügt sich das Muster als Korrektur in den größeren Trend ein. Zeigen die höheren Zeitebenen dagegen klar nach unten, bleibt der Anstieg nach dem Ausbruch oft an der nächsten Hürde stecken. Den Trend über die acht Zeitebenen zeigt FinScans auf der Signalseite und im Cockpit.
Wie beeinflussen Nachrichten und Termine Keile?
Keile bilden sich über viele Kerzen und können durch einen einzigen Termin entwertet werden: Ein Kurssprung nach Wirtschaftsdaten oder einer Zinsentscheidung kann beide Linien durchschneiden, ohne dass die Wellen davor etwas darüber aussagen. Prüfen Sie deshalb, ob ein Ausbruch in eine solche Reaktion fällt.
Wer vor dem Einstieg in den Wirtschaftskalender schaut, sieht, ob ein Ausbruch in die erste Reaktion auf eine Veröffentlichung fallen könnte. Wer zusätzlich die Nachrichtenlage im Cockpit prüft, erkennt, ob der Ausbruch aus dem laufenden Markt heraus entsteht oder ob eine Meldung dahintersteht.
Wie setzt man Keile in den vier Handelsstilen ein?
Je nach Handelsstil und Zeitebene unterscheiden sich die Dauer eines Keils und der Abstand zwischen Einstieg, Stop und Kursziel erheblich. Auf kurzen Charts entstehen viele kleine Keile, die sich rasch auflösen, während Keile auf höheren Zeitebenen mehrtägige oder mehrwöchige Marktphasen zusammenfassen.
Keile im Scalping
Beim Scalping auf dem 15m- und 30m-Chart entstehen kleine Keile oft als kurze Gegenbewegung nach einem Schub; viele lösen sich nach wenigen Kerzen ohne klaren Ausbruch auf. Scalper gleichen die Neigung deshalb immer mit dem 1h- oder 2h-Chart ab und suchen vor allem Keile, die gegen die dortige Richtung geneigt sind, weil der Ausbruch dann mit dem größeren Trend läuft. Ein fallender Keil in einem steigenden 1h-Chart ist das typische Bild. Der Stop liegt eng jenseits des letzten Extrems im Keil. Läuft der Kurs bis kurz vor den Schnittpunkt der Linien, ohne auszubrechen, lassen viele Scalper den Keil aus, weil der folgende Schub oft schwach bleibt. Weil die Höhe des Keils auf diesen Charts nur wenige Punkte umfasst, frisst der Spread einen spürbaren Teil des Ziels. Gehandelt wird vor allem zu Beginn der Sitzungen in London und New York, wenn mehr Bewegung in den Markt kommt; in der ruhigen Sitzung in Asien laufen Keile oft seitwärts aus. Die Positionen bleiben wenige Minuten bis einige Stunden offen und werden vor dem Ende der Sitzung geschlossen.
Keile im Daytrading
Im Daytrading auf dem 1h- und 2h-Chart kann ein Keil einen großen Teil einer Sitzung umfassen, und die Positionen werden vor dem Ende des Handelstages geschlossen. Den übergeordneten Rahmen liefern der 4h- und der 8h-Chart. Ein typisches Bild: Nach einem kräftigen Anstieg in der Sitzung in London läuft der Kurs über mehrere Stunden in einem fallenden Keil zurück, und der Ausbruch kommt in der Überschneidung mit New York. Daytrader warten den Kerzenschluss jenseits der Linie ab und legen den Stop hinter das letzte Extrem im Keil. Als Ziel dient meist der Anfang des Keils; reicht die Zeit bis zum Ende des Handelstages dafür nicht, nehmen sie Gewinne am Hoch oder Tief des Vortages mit. Kommt der Ausbruch erst gegen Ende der Sitzung in New York oder kurz vor einem wichtigen Termin, verzichten viele auf den Einstieg. Läuft der Kurs nach dem Ausbruch noch einmal von außen an die durchbrochene Linie zurück, bietet dieser Rücklauf einen zweiten Einstiegspunkt.
Keile im Swing-Trading
Beim Swing-Trading auf dem 4h- und 8h-Chart halten Trader Positionen über Tage bis wenige Wochen; ein Keil ist hier oft eine mehrtägige Korrektur im laufenden Trend. Zur Einordnung ziehen Swing-Trader den 12h- und den 1d-Chart heran. Auf diesen Zeitebenen erstreckt sich ein Keil über mehrere Tage, sodass einzelne Ausreißer weniger Gewicht haben und die Wendepunkte klarer hervortreten. Nach dem Schluss der Ausbruchskerze liegt der Stop beim fallenden Keil unter dem letzten Tief, beim steigenden Keil über dem letzten Hoch, während der Anfang des Keils mit übergeordneten Zonen für Unterstützung und Widerstand abgeglichen wird. Da die Position über Nacht und oft über das Wochenende läuft, planen Swing-Trader Übernacht-Risiken und bei Devisen mögliche Wochenend-Lücken ein, während Kryptowährungen durchgängig gehandelt werden. Hält nach dem Ausbruch ein Rücklauf an die durchbrochene Linie, ziehen viele den Stop hinter dieses neue Extrem nach. Steht der Keil gegen den 1d-Chart, gilt er hier eher als Anlass, bestehende Positionen abzusichern, denn als eigener Einstieg.
Keile im Position-Trading
Im Position-Trading auf dem 12h- und 1d-Chart dauern Trades Wochen bis Monate; ein Keil auf dem Tageschart zeigt hier an, dass ein großer Trend korrigiert oder an Kraft verliert. Eine höhere Zeitebene als 1d gibt es bei FinScans nicht; zur Einordnung dient deshalb der Verlauf des 1d-Charts über mehrere Monate. Nach Murphy dauert ein Keil auf dem Tageschart meist länger als einen, aber nicht länger als drei Monate. Ein steigender Keil nach einem monatelangen Anstieg ist für laufende Käufe ein Anlass, den Stop enger zu ziehen oder Teilgewinne mitzunehmen. Umgekehrt kann ein fallender Keil auf dem Tageschart nach einem langen Rückgang einen Boden ankündigen. Position-Trader steigen erst ein, wenn eine Tageskerze außerhalb der Begrenzung schließt, und prüfen zugleich, ob Zinspolitik und Makrodaten die Ausbruchsrichtung stützen. Weil der Abstand zum Anfang des Keils groß ist, liegen Kursziel und Stop weit vom Einstieg entfernt; Wochenend-Lücken und Zinsentscheide fangen Position-Trader über eine kleinere Positionsgröße ab.
| Stil | Zeitebene | höhere Zeitebene | Haltedauer | worauf achten |
|---|---|---|---|---|
| Scalping | 15m, 30m | 1h, 2h | Minuten bis einige Stunden | Fehlausbrüche, Spread |
| Daytrading | 1h, 2h | 4h, 8h | innerhalb des Tages | Handelssitzungen, Termine |
| Swing | 4h, 8h | 12h, 1d | Tage bis wenige Wochen | Übernacht-Risiko |
| Position | 12h, 1d | 1d über mehrere Monate | Wochen bis Monate | Wochenend-Lücken, Makrodaten |
Keil oder Flagge?
Sowohl der Keil als auch die Flagge neigen sich meist gegen den Trend und werden oft als Pause in einer laufenden Bewegung gelesen. Der Unterschied liegt im Verlauf der beiden Linien, in der Vorgeschichte und in der Dauer der Muster.
Bei einer Flagge laufen die Linien parallel, und davor steht eine fast senkrechte Fahnenstange; beim Keil laufen sie zusammen, und eine Fahnenstange ist nicht nötig. Auch das Kursziel leitet sich anders ab: bei der Flagge aus der Länge der Fahnenstange, beim Keil aus seinem Anfang.
| Merkmal | Keil | Flagge |
|---|---|---|
| Linien | Zusammenlaufend, in dieselbe Richtung geneigt | Parallel |
| Vorgeschichte | Trend, keine Fahnenstange nötig | Fast senkrechte Fahnenstange |
| Dauer | Länger als eine Flagge | Kurz im Verhältnis zur Fahnenstange |
| Kursziel | Anfang des Keils | Länge der Fahnenstange ab dem Ausbruchspunkt |
| Vollendung | Schlusskurs jenseits einer Linie | Schlusskurs jenseits einer Linie |
Welche Fehler sind bei Keilen typisch?
Viele Verluste beim Handel von Keilen entstehen, weil Händler die Neigung falsch lesen oder die Linien durch beliebige Kerzenspitzen ziehen. Es kommt deshalb auf die saubere Zuordnung der Form, die Berührungen und den vollen Kerzenschluss an.
- Neigung und Richtung verwechseln: Ein steigender Keil ist trotz der steigenden Linien nach dem Lehrbuch bärisch, ein fallender bullisch.
- Keil und Trendkanal verwechseln: Laufen die Linien nicht zusammen, sondern parallel, ist es kein Keil, und die Deutung entfällt.
- Einstieg vor dem Ausbruch: Solange keine Kerze jenseits der Linie geschlossen hat, ist der Keil unvollendet; ein steigender Keil kann lange weiter steigen.
- Linien an zu wenigen Punkten gezogen: Jede Linie braucht mindestens zwei klare Berührungen.
- Stop und Ziel ohne Blick auf den Chart übernommen: Liegt ein starker Widerstand deutlich vor dem Anfang des Keils oder wird die Positionsgröße nicht an den Stop-Abstand im Rahmen von solidem Risikomanagement angepasst, kippt das Verhältnis von Chance und Risiko.
Wie die Keil-Auslöser in FinScans-Signalen heißen
Auf der Signalseite stehen die Keil-Auslöser in der Tabelle der Auslöser, jeweils mit einem Pfeil: ▲ heißt, FinScans zählt den Auslöser zur bullischen Seite, ▼ zur bärischen. Es gibt zwei Namen:
- „Rising Wedge“ (▼): steigender Keil mit zwei steigenden Linien, die untere steiler als die obere.
- „Falling Wedge“ (▲): fallender Keil mit zwei fallenden Linien, die obere steiler als die untere.
Zu den Keil-Auslösern zeigt die Signalseite außerdem eine Klasse. Sie beschreibt, wie der Auslöser in den letzten Kerzen zustande kam:
Wie FinScans Linien-Auslöser einordnet
Bei Auslösern an Trendlinien, Unterstützungen und Widerständen, Fibonacci-Stufen und Chartmustern zeigt die Signalseite eine Klasse. Sie beschreibt, wie der Auslöser in den letzten Kerzen zustande kam, und ist enger gefasst als die gleichnamigen Lehrbuchbegriffe. Indikatoren haben keine Klasse.
| Klasse | Bedeutung bei FinScans |
|---|---|
break + retest | Die vorige Kerze hat die Linie gekreuzt, die nächste hat den Bruch bestätigt: zwei Kerzen direkt hintereinander. Nicht der klassische Retest, bei dem der Kurs Tage später an die gebrochene Linie zurückkehrt. |
continuation | Der Kurs war schon jenseits der Linie und ist weitergelaufen, ohne sie erneut zu berühren. Kein Abpraller: Ein Abpraller an der Linie heißt in den Signalen „Retreat“. |
state only | Der Schlusskurs liegt einfach jenseits der Linie, ohne Interaktion mit ihr in den letzten Kerzen. |
Ein Keil-Auslöser steht selten allein: FinScans verrechnet ihn mit den anderen Auslösern desselben Signals zu einer Gesamtrichtung. Ob er mit oder gegen die übergeordnete Bewegung läuft, zeigen der Trend über die acht Zeitebenen und die Gesamt-Einschätzung.
Der folgende Block zeigt aktuelle Daten zu den Keil-Auslösern. Die Trefferquote ist immer relativ zum Durchschnitt zu sehen: Liegt sie darüber, hat der Auslöser einen statistischen Vorteil; liegt sie darunter, taugt er eher als Hinweis als als alleiniger Einstiegsgrund. Die Quoten können je Handelsstil stark variieren, weil auf kurzen Zeitebenen mehr Rauschen wirkt. Auch die Abstände von Ziel und Stopp spielen hinein: Ein enger Stopp wird öfter erreicht als ein weiter, ein fernes Ziel seltener als ein nahes.
Das meldet die Maschine, das prüfen Sie selbst
Auf der Signalseite erscheinen die beiden Keil-Auslöser samt Pfeil und Klasse für die beobachteten Forex- und Krypto-Paare. Ob die Linien im Chart sauber an echten Wendepunkten anliegen und ob der Ausbruch in ein stimmiges Umfeld fällt, prüfen Sie im Sinne von Hybrid-Trading selbst.
- Die Maschine meldet „Rising Wedge“ oder „Falling Wedge“; Sie prüfen im Chart, ob beide Linien mindestens zweimal sauber berührt wurden und ob sie wirklich zusammenlaufen.
- Die Signalseite zeigt Auslöser und Klasse; Sie kontrollieren, ob eine Kerze bereits klar jenseits der Linie geschlossen hat und ob der Ausbruch nicht erst kurz vor dem Schnittpunkt der Linien kommt.
- Die Maschine stellt den Trend über acht Zeitebenen bereit; Sie prüfen, ob auf dem höheren Chart eine nahe Zone für Unterstützung und Widerstand den Weg zum Anfang des Keils blockiert.
- Der Datenblock nennt die bisherige Trefferquote; Sie sehen im Wirtschaftskalender nach, ob ein anstehender Termin wie ein Zinsentscheid einen Fehlausbruch auslösen kann.
- Die Signalseite nennt Ziel und Stopp; Sie vergleichen sie mit dem letzten Extrem im Keil und bestimmen die Positionsgröße nach Ihrem Risikomanagement.
Häufige Fragen
Ist ein steigender Keil bullisch oder bärisch?
Nach dem Lehrbuch ist er bärisch, obwohl beide Linien steigen. Die Hochs steigen langsamer als die Tiefs, der Anstieg verliert also an Kraft. Fest steht die Richtung aber erst, wenn eine Kerze jenseits einer der beiden Linien schließt; bis dahin kann der Kurs auch im Keil weiter steigen.
Wie berechnet man das Kursziel eines Keils?
Als Kursziel dient nach Edwards und Magee der Anfang des Keils, also der Kurs, von dem die Bewegung im Keil ausging. Das Ergebnis ist ein Richtwert: Liegt eine starke Unterstützung oder ein Widerstand davor, nehmen viele Trader dort schon einen Teil der Gewinne mit.
Worin unterscheiden sich Keil und Dreieck?
Beim Keil sind beide Linien in dieselbe Richtung geneigt, beim Dreieck ist eine Linie waagrecht, oder die Linien sind gegeneinander geneigt. Ein Keil nennt über seine Neigung eine erwartete Richtung; ein symmetrisches Dreieck lässt die Richtung dagegen offen, bis der Ausbruch kommt.
Kann ein fallender Keil auch nach unten ausbrechen?
Ja, auch wenn ein fallender Keil nach dem Lehrbuch als bullisch gilt, kommt ein Schluss unter der unteren Linie vor. Deshalb warten vorsichtige Händler immer den Schlusskurs jenseits der oberen Linie ab, statt schon im Keil in Erwartung eines Ausbruchs nach oben zu kaufen.
Quellen
- Edwards, Robert D. / Magee, John: Technical Analysis of Stock Trends, Stock Trend Service, 1948.
- Murphy, John J.: Technical Analysis of the Financial Markets, New York Institute of Finance, 1999.
- Bulkowski, Thomas N.: Encyclopedia of Chart Patterns, John Wiley & Sons, 2021.